Villa Romana

Andrea Bellu, Carina Brandes, Kasia Fudakowski, Stefan Pente und Farkhondeh Shahroudi sind die Villa Romana-Preisträger 2017. Die beiden Juroren Natascha Sadr Haghighian (Künstlerin) und Moritz Wesseler (Direktor des Kölnischen Kunstvereins) wählten am 18. Juni in Florenz die Preisträger unter 13 Nominierungen aus. Andrea Bellu, Carina Brandes und Kasia Fudakowski werden vom 1. Februar bis zum 30. November 2017 in der Villa Romana in Florenz leben und arbeiten. Stefan Pente und Farkhondeh Shahroudi werden jeweils für fünf Monate ein Atelier an der Via Senese beziehen.

Der Villa Romana-Preis besteht aus einem zehnmonatigen Arbeitsaufenthalt in dem renommierten Künstlerhaus in Florenz. Die Preisträger erhalten ein freies Atelier und ein monatliches Stipendium, das es ihnen erlaubt, sich intensiv der eigenen künstlerischen Arbeit zu widmen. Sie bekommen so die Möglichkeit, sich untereinander und mit regelmäßig eingeladenen Gastkünstlern über aktuelle Fragestellungen aus Kunst und Kultur auszutauschen.

Die Villa Romana wurde 1905 von dem Maler Max Klinger erworben, um Künstlern eine großzügige Arbeitssituation in Florenz zu bieten. „Von Künstlern für Künstler” war das erklärte Motto der Gründer.

Die Geschichte des Villa Romana-Preises ist mit vielen bedeutenden Namen verbunden. So waren neben anderen Max Beckmann, Käthe Kollwitz und Ernst Barlach, Georg Baselitz und Markus Lüpertz, Karin Sander, Katharina Grosse, Dellbrügge & de Moll sowie Amelie von Wulffen Preisträger der Villa. Ihr 100-jähriges Bestehen feierte die Villa Romana 2005 mit einer Jubiläumsausstellung in Weimar. Die Ausstellung präsentierte ein breites Spektrum an Arbeiten, die im Kontext des Aufenthaltes von Künstlern in der Villa Romana entstanden sind.

Größter privater Förderer des Trägervereins ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Beiträge stellen andere Stiftungen, Firmen und Privatpersonen sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien zur Verfügung.

Der Villa Romana-Preis ist nicht nur der älteste deutsche Kunstpreis, sondern auch das am längsten bestehende kulturelle Engagement der Deutschen Bank und ihrer Stiftungen: Bereits seit Ende der 1920er Jahre wird diese renommierte Auszeichnung für zeitgenössische Kunst in Deutschland unterstützt und dokumentiert damit eindrücklich die Tradition der Nachwuchsförderung in der Bank und ihrer Stiftungen. Eine weitere Besonderheit: Von Beginn an engagieren sich Mitarbeiter der Bank in den Gremien des Vereins.

 
©Villa Romana
Carina Brandes, Ohne Titel, 2013, Schwarzweißfotografie auf Barytpapier, 43,5 x 48,1 cm Blattgröße, 59 x 63,9 x 4,6 cm Rahmengröße (CB 147)

Preisträger 2017:

Andrea Bellu, 1980 in Hannover geboren, studierte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig sowie an der Städelschule in Frankfurt und lebt heute in Berlin. In ihren Filmen, Zeichnungen, Texten und Installationen spürt sie Risse und Fehlstehlen in historischen Narrationen auf und überträgt diese in eine reduzierte Bildsprache. Ihre Arbeiten sind in der Sammlung des Museums für Moderne Kunst Frankfurt vertreten, 2016 nimmt sie u.a. an Archive Matters am Centre for Feminist Research des Goldsmith College in London.

Carina Brandes, 1982 in Braunschweig geboren, studierte ebendort und lebt in Leipzig. Sie arbeitet mit dem Medium der analogen Schwarzweiß-Fotografie, die sie im Labor selber entwickelt. Sie arbeitet sowohl mit der Team Gallery, New York, wie mit BQ in Berlin und nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen u.a. am Moma PS1 wie in den Kunstvereinen von Hannover, Bonn und Köln teil.

Kasia Fudakowski, 1985 in London geboren, lebt seit 2006 in Berlin. Sie studierte an der Ruskin School of Drawing and Fine Art in Oxford. Das FUTURA Contemporary Art Center in Prag widmete ihr in diesem Jahr eine große Einzelausstellung. Kasia Fudakowski arbeitet in ihren Skulpturen und Installationen sowohl mit abstrakten wie figürlichen Elementen, die sie manchmal in performativen Akten selbst persifliert.

Stefan Pente, 1964 in Zürich geboren, lebt seit 1995 in Berlin. Zentrales Thema seiner performativen und filmischen Arbeit ist die Konstruktion von Identität mittels Sprechakten und Bildpolitiken. Seine Arbeiten entstehen oft in Kooperationen, u.a. mit William Locke Wheeler.

Farkhondeh Shahroudi, 1962 in Teheran geboren, fand nach Protesten gegen das Schah-Regime in den 90er Jahren in Deutschland Asyl. Nach einem Malerei-Studium an der Universität Al Zahra in Teheran studierte sie an der Fachhochschule Dortmund Kunst und Design.  



©Villa Romana
Farkhondeh Shahroudi, “wuch”, painted and stiched cloths, 300x 300 cm, sculpture, 2013


 


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Letzte Änderung: 19. Januar 2017
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